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Work-Life-Blending, Corporate Health & Co.: Welche Chancen bietet New Work für Arbeitnehmer und Unternehmen?

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(Bildquelle: eigene Darstellung)

Hinter dem Begriff New Work verbirgt sich ein komplexes Konzept, eine Vision für „neue Arbeit“, die der US-amerikanische Sozialphilosoph Frithjof Bergmann erdachte und in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts mit der Gründung des ersten „Center for New Work“ in Flint nahe Detroit in die Welt entließ. Er entwarf mit ihr ein Gegenmodell zum kapitalistisch geprägten Arbeitsmodell. New Work, wie Frithjof Bergmann sie meinte und nach wie vor meint, unterscheidet sich fundamental von dem Arbeitsbegriff, den wir (noch) in unseren Köpfen tragen. Allerdings hinterfragen ihn immer mehr Menschen, und dieses Hinterfragen findet nicht mehr nur in den Köpfen oder hinter verschlossenen Türen statt. Es markiert einen Wandel: Unsere Welt wird zunehmend digital. Wie verstehen wir New Work heute, im Zeitalter dieses digitalen Wandels, in unserer "Arbeitswelt 4.0"? Und wie kann neue Arbeit in Unternehmen und Organisationen konkret umgesetzt werden?

Bye Bye Old Work! Hello New Work? 

New Work ist voll im Trend. Laut Zukunftsinstitut einer der Megatrends der letzten Jahre, der noch lange anhalten wird und viele Umbrüche mit sich bringt. Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von „Zentren für Neue Arbeit“, es wird viel darüber geschrieben und gepodcastet. Zum Glück, wie ich finde. Denn hinter diesem Begriff verbirgt sich eine sehr bedeutsame Frage: Wie wollen wir zukünftig miteinander leben und arbeiten? Diese Frage haben sich menschliche Gesellschaften von jeher gestellt. Doch nicht zu jeder Zeit ist die Beantwortung dieser Frage eine solche Herausforderung gewesen wie in unserem digitalen Zeitalter.

Die aktuelle New-Work-Debatte hat dabei weder einen antikapitalistischen Charakter noch den Anspruch, unser System radikal zu verändern. Es geht vielmehr darum, im bestehenden System von Profitgenerierung in hohem Maße die Bedürfnisse der Menschen zu berücksichtigen, die diese Profite durch ihre tägliche Arbeit erwirtschaften. Denn sie können dies viel besser und nachhaltiger tun, wenn die Arbeit an den Menschen angepasst wird und nicht umgekehrt. Und so birgt dieser Change die Chance, wirklich konstruktive Ansätze für Neue Arbeit zu finden – er triggert geradezu Kreativität und Schaffensdrang der Menschen, diesen Begriff mit Inhalten zu füllen.

Dabei ist die Komplexität dieser Thematik enorm: Es reicht nicht aus, einfach flache Hierarchien und ein paar neue Arbeitsmethoden einzuführen und mit Begriffen wie flexiblen Arbeitszeiten oder agilem Arbeiten zu locken. Es müssen alle Ebenen eingebunden werden: vom Management über die Führungskräfte bis zum "ganz normalen" Mitarbeiter: Jeder hat seinen Anteil daran und alle müssen das Konzept New Work gemeinsam leben. Da ist Arbeit an der Unternehmenskultur vorprogrammiert.

 

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New Work for a better Future? Eine bessere Arbeitswelt ist möglich!

Wir befinden uns mitten im Wandel von einer Industriegesellschaft hin zu einer digitalen Wissensgesellschaft. Diese Transformation, ausgelöst durch jahrzehntelang rasant fortschreitende Automatisierung, Robotisierung und Digitalisierung nahezu aller Arbeitsprozesse, führt zu veränderten Unternehmensstrukturen und Arbeitsräumen in fast jedem Business. Um diesen Umbruch für die Gestaltung einer besseren neuen Arbeitswelt zu nutzen, müssen wir umdenken, innovativ sein, Prozesse neu gestalten, neue Denkweisen zulassen und neue Fertigkeiten entwickeln. Uns fragen, was wir wirklich tun wollen und wie wir es tun wollen. 

Der Wunsch des Einzelnen nach der Entfaltung seiner Talente und nach Lebensqualität, vor allem der Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben, wächst immer mehr. Er wird zu einem der zentralen Aspekte im New-Work-Kosmos, während die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben ohnehin immer mehr verschwimmen. So ist es zum Beispiel mittlerweile fast schon normal, dass viele Angestellte ihr Büro im Unternehmen haben und zugleich ein Home-Office. Ob dieses Modell Fluch oder Segen ist, wird viel diskutiert. Es kann sicher beides sein. Eines ist es ganz gewiss: eine von vielen modernen Möglichkeiten, die Bedürfnisse der Arbeitnehmer stärker mit einzubeziehen, die kluge Verbindung von Privat- und Berufsleben im Sinne von Work-Life-Blending zu ermöglichen und dabei von den heutigen technischen Möglichkeiten zu profitieren.

Dabei meint Work-Life-Blending eben nicht den Ausgleich zwischen diesen beiden Lebenswelten, sondern deren kluge Verschmelzung. Genauso wichtig ist Work-Design: Wenn Arbeit und Arbeitsprozesse nichts Statisches, sondern etwas Formbares sind, dann sollten die Menschen aktiv in die Gestaltung – das „Design“– ihrer Arbeit und der zugehörigen Prozesse eingreifen dürfen.

 

Kulturwandel: steter Tropfen höhlt den Stein

Wie kann sich New Work in einem Unternehmen etablieren, das bisher eher „Old Work“ nutzt? Das hört sich schwierig an. Vielleicht ist es das auch, denn es bedeutet einen Wandel in der Unternehmenskultur. Und jeder kulturelle Wandel ist eine komplexe Angelegenheit, die Geduld und Durchhaltevermögen braucht. 

Ein Zitat bringt es auf den Punkt: „Steter Tropfen höhlt den Stein“. Dass man einen kulturellen Wandel nicht mit der Brechstange herbeiführen oder beschleunigen kann, sollte jedem klar sein. Doch wenn dieser Wandel gewollt ist, kann er auch gelingen.

Es ist sicher wichtig, dass man als Unternehmer transparent agiert. New Work als Idee zielt auf die Bedürfnisse der Menschen, die in einer Organisation arbeiten. Wenn es diesen Menschen gut geht, wenn sie wirklich gerne dort arbeiten, dann geht es auch der Organisation gut. Je mehr die Menschen ihre Arbeit lieben, desto besser für das Unternehmen. Wenn man seinen Mitarbeitern Raum für Entwicklung und Entfaltung gibt, ihre Bedürfnisse abfragt und sie zugleich an der Erarbeitung neuer Wege und Möglichkeiten teilhaben lässt, ist das ganz sicher ein guter Anfang. Wir haben mit dieser Vorgehensweise wunderbare Erfahrungen gemacht!

Man muss sich im Übrigen nicht ganz alleine auf den Weg des Wandels begeben. Es gibt ganz großartige Systeme, die dabei helfen können, zum Beispiel die GoGREAT Community, von der wir ein begeisterter Teil sind. Und diese Begeisterung ist ein erstklassiger Antrieb.

 

Es gibt viele Möglichkeiten, konkret in die Umsetzung zu gehen

Wichtig ist die Frage: „Was wollen und brauchen wir?“ Auch die Frage: „Was können wir?“ Diese Fragen müssen ganz individuell beantwortet werden, denn jedes Business hat spezielle Anforderungen und jedes Unternehmen hat seine ganz eigenen Werte und ist auf ganz spezifische Art gewachsen. So vielfältig die Gesichter der Unternehmen, so vielfältig auch die Ideen für neue Arbeitsweisen. Es gibt keine Toolbox, aus der wir uns für einen solchen Wandel einfach bedienen und dann läuft es. Aber das ist ja nicht schlecht, sondern eine spannende Herausforderung. 

 

New Work konkret: Work-Life-Blending, Corporate Health & Co.

Vom Home-Office bis zur Bobby-Car-Rennstrecke

Die kluge Verbindung von Privat- und Berufsleben, die für viele Arbeitnehmer heute als einer der wichtigsten Punkte auf der eigenen Werteskala gilt, kann gelingen, wenn Mitarbeiter beispielsweise einen Teil ihrer Arbeit im Home-Office erledigen können. Oder im Mobile-Office, also mobiles Arbeiten von jedem beliebigen Ort und zu jeder beliebigen Zeit.

Das bedeutet eine große Flexibilität und hat beispielsweise Vorteile für Eltern kleiner Kinder, Alleinerziehende, Kreativschaffende usw. Es lohnt sich ganz sicher, seinen Mitarbeitern diese Möglichkeit anzubieten und die technischen Voraussetzungen zu schaffen, denn dieses Stück Eigenverantwortung, das man ihnen mit einem Vertrauensarbeitsort zugesteht, ist sehr motivierend.

Eine besonders tolle Idee, über die ich kürzlich gelesen habe, ist die Umfunktionierung eines Büros in ein Spielzimmer, damit die Kinder der Angestellten sich dort aufhalten können. Zusätzlich wurde noch ein Flur in eine Bobby-Car-Rennstrecke umgewandelt. Die Kids sind dort jederzeit willkommen, ob um den Feierabend herum, für einen Tag oder auch mal für eine ganze Woche in den Ferien. Welche arbeitenden Eltern würden das nicht lieben? 

 

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Von der Stempeluhr bis zum firmeneigenen Restaurant

Immer mehr Unternehmer wollen ihre Mitarbeiter aktiv bei einer gesünderen Lebensweise unterstützen. Und immer mehr Unternehmen räumen der Corporate Health, der betrieblichen Gesundheitsvorsorge, einen hohen Stellenwert ein und haben ein eigenes Gesundheitsmanagement. Das muss nicht aus einer riesigen Abteilung bestehen, es geht auch im Kleinen. Auf die richtigen Einfälle kommt es an.

Eine schöne Idee hatte hier ein Unternehmen, das die gute alte Stempeluhr wieder eingeführt hat. Sie soll täglich beim Stempeln daran erinnern, dass ein Mensch laut Henry Ford nur circa 40 Stunden pro Woche produktiv arbeiten kann. Dort gilt die Devise: Keine Überstunden! Was ich besonders schön finde: Wer mehr als 40 Stunden arbeitet, wird dezent auf Lebensgestaltungsmöglichkeiten außerhalb seines Jobs hingewiesen.

Auch die Einrichtung eines firmeneigenen Restaurants ist eine Möglichkeit, bei einer gesünderen Lebensweise zu unterstützen. So können täglich gesunde und biologische Mahlzeiten frisch zubereitet und kostenlos für die Mitarbeiter angeboten werden. Diese Variante ist natürlich nur für große Unternehmen geeignet. Doch auch hier gilt wieder: Es muss nicht unbedingt so groß sein, es zählt zuallererst die Qualität der Ideen.

 

Freiräume und Eigenverantwortung

Egal wie viel Platz vorhanden ist: Es lohnt sich auf jeden Fall, sich intensive Gedanken über die Schaffung von Freiräumen zu machen. Also Plätzen, an denen Mitarbeiter zusammenkommen können und sitzen, stehen, diskutieren, aufmalen, anschauen, sich auf jede erdenkliche Art austauschen. Und das eben auch spontan. So kann Austausch dort und genau dann stattfinden, wenn er gebraucht wird. Zeitverschwendung? Nein, es macht Arbeit am Ende effektiver. Und es fördert die Eigenverantwortung. Genau wie die Möglichkeit, eine Urlaubsgenehmigung nicht von höherer Stelle zu erteilen. Warum die Mitarbeiter nicht einfach selbst entscheiden lassen, wann sie Urlaub machen? Dafür müssen sie dann Sorge dafür tragen, dass durch ihre Abwesenheit keine Probleme entstehen und alles seinen Gang nimmt.

 

We are on our way ...

Dies sind nur einige Beispiele für New-Work-Ideen und deren Umsetzung. Es gibt Unternehmen, die sich diesem Ansatz ganz und gar verschrieben haben und bereits so viele tolle Ideen umsetzen, dass man nur staunen kann. Andere sind nicht ganz so enthusiastisch und gehen langsam an die Sache heran, in kleinen Schritten vorwärts. Jedes Unternehmen macht sich auf seine Art und in seinem Tempo auf den Weg. Manche Unternehmen auch nicht. Auch das ist okay, wenn es für alle passt. Kluge Chefs wissen, was ihr Unternehmen braucht und sie ermöglichen es, einen gemeinsamen Weg zu gehen.

Wir bei der infinitas GmbH sind definitiv auf dem Weg. Mit Neugier, mit Freude an der Umsetzung von Ideen, mit der Bereitschaft, an unserer eigenen Kultur zu arbeiten. Für mich ist das ein unverzichtbarer Teil meiner Arbeit geworden.

 

Lust auf mehr?

Wenn Sie mehr über das Thema New Work und New-Work-Methoden erfahren wollen, verfolgen Sie unseren Blog. Es wird noch weitere spannende Artikel dazu geben, in denen wir Ihnen auch konkrete Einblicke in die Umsetzung in unserem Unternehmen geben werden. 

 

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Themen: Unternehmenskultur