Inbound-Marketing und CRM Blog

Du sollst den Vorteil nicht vor dem Nachteil loben oder Inbound Marketing für Anfänger.

Du sollst den Vorteil nicht vor dem Nachteil loben.

(Bildquelle: Pixabay)

Inbound-Marketing hat Nachteile? Ja, hoppala, was ist denn da los? Hat da jemand seine rosarote Brille abgesetzt und ist auf den Boden der Realität gefallen? Mitnichten. Aber auch die Schattenseiten im Leben haben ihre Berechtigung angehört zu werden und in meinem Fall kann ich ihr sogar einen Namen geben: Onkel Jochen.

Ich bin mir sicher: Jeder hat seinen eigenen „Onkel Jochen“. Der nette Mensch in der Verwandtschaft oder im Freundeskreis, der alles kennt und alles schon gemacht hat, alles weiß und vor allem immer besser. Neue Ideen bekommen mit atemberaubender Geschwindigkeit fünf Gründe verpasst, warum das eben so nicht geht und eventuelle Vorteile in Nachteile verzaubert. Eine ganz eigene Art von Magie.

So lieferte mir mein Onkel dann auch bei der letzten Familienfeier diese wunderbare Vorlage für einen Blogartikel. Es platze sozusagen aus ihm heraus, konnte er meine Begeisterung und Motivation zum Thema Inbound Marketing nicht einfach so im Raum stehen lassen. Zu viel positive Energie an einem Ort. Verständlich. Ehrensache für einen typischen Energiefresser.

Fangen wir also mit einem kleinen Refresher an:

 

Was ist Inbound-Marketing?

Beim Inbound-Marketing dreht sich alles darum, Interessenten und potenzielle Kunden mit vom Unternehmen online bereitgestellten hilfreichen Services anzuziehen und auf die eigene Dienstleistung oder das eigene Produkt aufmerksam zu machen. Im Idealfall kommen diese also von alleine auf das Unternehmen zu, da sie in jeder Phase ihres Kaufprozesses durch strategisch erstellte Inhalte wie eBooks und Webinare, Infografiken oder Videos einen Mehrwert geboten bekommen. Den Möglichkeiten sind da nahezu keine Grenzen gesetzt. Verbreitet werden diese erstellten Inhalte über Blogs, Suchmaschinen und Social Media, einfach für die Zielgruppe zu erreichen.

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Im Gegensatz zu den eher traditionellen Marketing-Methoden, wie Anzeigen, Werbesendungen oder gar Kaltakquise, drängt sich die Inbound-Methodik also nicht auf, sondern erfüllt die Bedürfnisse ihrer Zielgruppen und qualifiziert das Unternehmen als vertrauenswürdigen Partner.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie auch in dem Artikel:
Inbound Marketing für Anfänger oder wie ich meiner Oma meinen Job erkläre.

Soweit so gut, aber dann kam Onkel Jochen. Aufmerksam und kritisch lauscht er meinen Erklärungen und als er es nicht mehr aushält, muss er seine Einwände in seiner typischen Manier präsentieren:

"Was nichts kostet, kann nicht viel wert sein."

Der erste Einwand. Durchatmen. Okay. Mir geht es ja auch oft so, dass ich bei günstigen oder gar kostenlosen Angeboten einen Haken suche. Qualität kostet halt, keiner macht etwas umsonst und ohne Eigennutz. Besonders nicht in der Marktwirtschaft. Die Unternehmen wollen und müssen ja etwas an ihrer Leistung verdienen.

Im Gegensatz zum klassischen Marketing wie z.B. Anzeigenschaltung oder die Erstellung von Broschüren kostet es, oberflächlich gesehen, keinen Geld Blogartikel auf der eigenen Webseite zu erstellen oder seine Inhalte über die sozialen Netzwerke zu verteilen. Hilfreiche Inhalte werden digital erstellt, verbrauchen kein Papier. Platzbegrenzungen gibt es im Netz nicht.

Aber kostet es wirklich nichts? Doch, natürlich. Es kostet Energie, Kreativität und vor allem Herzblut, um solche Inhalte zu erstellen. Gerade durch die unbegrenzten Möglichkeiten im Netz stehen dem Interessenten Unmengen von Inhalten zur Verfügung und nur durch qualifizierten und gut recherchierten kann man sich von der Konkurrenz abheben und dem potenziellen Kunden einen wirklichen Mehrwert liefern.

 

"Das bringt doch nichts und kostet nur Zeit."

Ja, richtig. Inbound Marketing benötigt Zeit. Viel Zeit und viel Durchhaltevermögen. Inbound Marketing funktioniert nur durch eine gut durchdachte Strategie und die ist eben nicht von heute auf morgen entwickelt. Wie sieht meine Buyer Persona aus? Wie verläuft die Buyer's Journey? Wie lauten die Keywords für die Suchmaschinenoptimierung? Wie, wo und wann verbreiten wir unsere Inhalte in den sozialen Netzwerken? Jeder dieser Bereiche lässt sich ebenfalls noch vielfach auffächern in Unterfragen, die vorab geklärt werden wollen, bevor man so richtig loslegt. Nur weil man mal einen Blogartikel schreibt, stürmen die Kunden noch lange nicht den Vertrieb. Leider.

Landingpages müssen aufgebaut, Email-Automation erstellt und gepflegt und die Ergebnisse letztendlich immer wieder überprüft werden. Und was bedeutet der beste, hilfreichste Inhalt, wenn ihn keiner liest?  Dafür benötigen die gewählten sozialen Netzwerkkanäle Follower und ja, das braucht wirklich richtig viel Zeit.

Aufgaben über Aufgaben, die einem schnell den Atem nehmen können, wenn man so vor ihnen steht. Wer mal schnell etwas abverkaufen will, ist mit der Inbound-Methodik sicherlich nicht gut aufgehoben. Wer aber längerfristig eine fundierte Kundenbindung und Reputation am Markt aufbauen will, sollte hier investieren.  Auch weil die Ergebnisse dann wirklich nachhaltig und bleibend sind.

Für die ganz Ungeduldigen gibt es natürlich Mittel und Wege, die ganze Geschichte um Sichtbarkeit und Follower zu beschleunigen, wie zum Beispiel Anzeigen in den sozialen Netzwerken oder bei Google, aber dann entstehen Kosten.

 

"Na, dann sind das ja versteckte Kosten!"

Aber, aber, Onkel Jochen. Versteckt hört sich ein bisschen böswillig und vorsätzlich an, aber in der Tat können auch Kosten entstehen. Für erfolgreiches Inbound-Marketing benötigt man neben Herzblut auch Manpower, Fachwissen und Zeit. Hat man etwas davon nicht, gibt es Alternativen, nur die kosten dann Geld.

  • Geld für die entsprechenden Fachkräfte, also einen Grafikdesigner mit Web-, SEO, PR-, Blogging- und Vertriebskenntnissen. Eine eierlegende Wollmilchsau sozusagen. Alle Disziplinen mit einem Mitarbeiter abzudecken, ist eine echte Herausforderung, mehrere Mitarbeiter mit entsprechendem Fachwissen einzustellen, teuer.
  • Geld für eventuelle Anzeigen in den sozialen Kanälen oder für Google, um den Aufbau der Sichtbarkeit zu beschleunigen. 
  • Geld für unterstützende Tools bei der Erstellung und Verbreitung von Inhalten, wie Social Media Management, E-Mail-Marketing, Content Management System, CRM System und SEO. Trotz der Vielzahl an kostenlosen Tools im Netz, stößt man bei deren Nutzung auf seine Grenzen und muss auf kostenpflichtige umsteigen.

Ich gebe zu: eine echte Herausforderung für kleine und mittelständische Unternehmen, in denen die Marketingabteilung und deren Etats betriebsbedingt eher klein und übersichtlich sind. Jede Investition will da gut überlegt sein.

 

"Neumodischer Schnickschnack. Wer braucht denn sowas?"

Richtig. Inbound Marketing ist nicht für jedes Unternehmen die richtige Lösung. Zum Beispiel Unternehmen die Konsumgüter verkaufen, in denen die Entscheidungsprozesse sehr schnell und einfach sind, wie zum Beispiel bei Lebensmitteln, sind nicht unbedingt gut bedient mit Inbound Marketing. Die wenigsten Verbraucher recherchieren erst im Internet bevor sie sich im Einkaufsladen ein Päckchen Salz kaufen.

Aber nicht alles was neu ist, ist auch schlecht. Bei Produkten oder Dienstleistungen mit Erklärungsbedarf kann man schon vor der Kaufentscheidung maßgeblichen Einfluss auf den potenziellen Kunden durch hilfreichen unterstützenden Content nehmen, dem Kunden das Gefühl geben, dass er mit seinen Sorgen, Bedürfnissen und Nöten gut aufgehoben ist – vor, beim und nach dem Kauf. Die Inbound-Methodik nimmt die Veränderung des Kaufverhaltens der Verbraucher auf und nutzt sie zu unserem Vorteil. Ganz nach dem Motto: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.

 

Lieber Onkel Jochen,

Du hast recht: es ist nicht immer Gold, was glänzt – manchmal kann es auch Platin sein. Und sowieso finde ich, dass es im Leben nicht immer schwarz oder weiß sein muss. Manchmal kann auch ein fröhlicher Grauton die ideale Lösung sein. Vor allem aber muss der Grauton zum Problem passen. Genauso sehe ich das Thema Inbound Marketing vs. Outbound Marketing. Die richtige Mischung macht den Erfolg aus.

Was mir aber in aller erster Linie gefällt, ist die Methodik Inbound-Marketing. Den Gegenüber in den Mittelpunkt aller Gedanken und Überlegungen zu setzen. Positive Unterstützung und kreatives Mitdenken. Dem anderen eine Plattform bieten, auf der er wachsen und gewinnen kann. Das lässt mich selber dann mitwachsen.

Das gilt im beruflichen so, aber auch im privaten.

In diesem Sinne, lieber Onkel Jochen, was hast Du denn für Sorgen oder Wünsche? Noch einen Kaffee oder ein Bierchen? Und vielen Dank für Deinen ungewollten Impuls für die diesen Blogartikel.

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